WAZ vom 13. Dezember 2008
Von Sascha Döring
Kräftig und voll erklingen die Stimmen der Sänger von der Bühne. Die Liedertafel Arion gibt sich die Ehre im Weihnachtsdorf, dick eingehüllt in warme Mäntel. Vor dem Doppelzelt, das als Podium für die vielfältigen Programmpunkte dient, stehen dicht gedrängt zahlreiche Besucher. Auch sie in winterfester Kleidung und oft mit einem heißen Getränk in der Hand.
Gleich nebenan gibt es Reibekuchen. Auch hier herrscht reger Betrieb. Es zischt in den Pfannen. Beinahe im Akkord kommt der Kartoffelsnack auf die Teller. Schnell noch ein großer Klecks Apfelmus, schon ist der Nächste dran. Trotzdem bleibt bei allem Gedränge immer genug Zeit und Platz für ein Pläuschchen. "Die Leute haben alle gute Laune", freuen sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel. "Wir fühlen uns wohl hier."
Die Idee, den Weihnachtsmarkt anders zu gestalten, finden die Damen gut. Die Atmosphäre sei gemütlich und "die Zelte bieten ganz andere Möglichkeiten, als früher die Holzbuden." Barbara Poschkamp sieht das genauso. Sie hat gerade eine Halskette anprobiert, mitten im Zelt. "Früher wurde es doch ganz schnell eng vor den Buden, wenn da nur mal vier oder fünf Leute standen", erinnert sie sich. Durch die Zelte könnten sich die Besucher nun in aller Ruhe umschauen, ohne zu fürchten, dass andere ungeduldig werden. "Allerdings war das für mich schon gewöhnungsbedürftig, so ein Weihnachtsmarkt mit Zelten", gesteht sie.
"Wir haben auch erst gedacht, dass Holzbuden einfach schöner sind", ergänzen die Mitarbeiterinnen eines Drogeriemarktes. Doch auch ihnen gefällt die Atmosphäre auf dem Offersplatz.
"Es wäre nur schön, wenn der Markt etwas größer wäre und länger dauern würde", wünschen sich die vier. "Man könnte für den Markt doch die ganze Fußgängerzone nutzen", schlagen sie vor. Und noch etwas würde fehlen, meinen Cornelia Ipsen und Monika Orzechowski. "Wir vermissen die Eislaufbann. Das war eine richtig gute Idee." Insgesamt aber sind sich die Besucher einig, dass das Weihnachtsdorf eine gelungene Veranstaltung ist.
Darüber freuen sich auch die Händler. Zum Beispiel Jens Holten, gleichzeitig auch Mitorganisator: "Wir sind mit dem Zuspruch und dem Ablauf durch und durch zufrieden", erzählt er. Das Programm werde angenommen und - ganz wichtig - das Wetter spiele mit. Inzwischen hat die Liedertafel Arion ihr Konzert beendet. Der Applaus ist noch nicht ganz verhallt, da erschallen aus den gut versteckten Boxen schon die nächsten Weihnachtslieder.
Heute startet das Programm um 14 Uhr mit einem Auftritt von der GSG-Band Blondy,, die Jazz und Pop spielt. Um 15.30 Uhr singt ein Gospel-Chor, gefolgt um 17 Uhr vom Frauenchor Chorisma. Um 18.30 Uhr tritt Foss-Doll auf. Am Sonntag gibt es um 14 Uhr wieder eine Musikveranstaltung, um 15.30 Uhr singt der Seniorenchor und der Shanty-Chor, um 17 Uhr das Fanfarencorps Neviges.
Reibekuchen gehen immer gut Einen Schlag Apfelmus obendrauf - der Nächste, bitte! Foto: WAZ, Uwe Vogler
Noch eineinhalb Wochen bis Heiligabend: Wer noch nicht alle Geschenke für seine Lieben zusammenhat, wird im reichhaltigen Angebot im Weihnachtsdorf fündig. Foto: WAZ, Uwe Vogler
Gegen die Kälte hilft Glühwein. Besonders gut schmeckt er in netter Gesellschaft. Foto: WAZ, Uwe Vogler