Der Herausforderung und Bereitschaft, gemeinsam mit den Angehörigen, dem Bewohner, der Jahre bei uns gelebt hat, in den Tagen des Sterbens beizustehen und ihn zu begleiten bis zum Tode, haben wir uns gestellt. Der Tod gehört zum Leben wie die Geburt. Dass diese letzte Lebensphase vom Schwerkranken und den Angehörigen als schmerzlich empfunden wird, ist menschlich und für uns alle sehr verständlich.
Dass heute auch die Krankenhäuser mehr und mehr die Schwerkranken und Sterbenden in ein Pflegeheim entlassen, ist die Konsequenz der harten finanziellen Einschnitte des Gesundheitsstrukturgesetzes.
In unserem DRK-Seniorentreff kommt alle 14 Tage der DRK-Seniorenchor zusammen. Wöchentlich trifft sich dienstags die Handarbeits- und Bastelgruppe, die den jährlichen Weihnachtsbasar vorbereitet. Der Weihnachtsbasar findet immer am Totensonntag statt. Die im Seniorentreff eingebundenen ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen sind ein wichtiger Bestandteil bei der Vorbereitung der unterschiedlichen Feste und auch bei der musikalischen Programmgestaltung durch den Seniorenchor.
Die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod ist Bestandteil der täglichen pflegerischen Aufgaben im Seniorenzentrum - den Sterbenden nicht allein zu lassen. Diese Nähe ist eine "menschliche Sterbehilfe". Sie ist gleichzeitig Ausdruck des "Nicht-Verlassen-Werdens" - weder von den Schwestern und Pflegern, den Angehörigen und vom Arzt.
Die Betreuung vollzieht sich immer im Team. Der Sterbende muss in die ständige Kommunikation von Angehörigen, Arzt und Schwestern/Pflegern einbezogen werden. Er soll sich sicher betreut, gut gepflegt und in Würde begleitet fühlen. Es ist wichtig, wenn erforderlich, eine konsequente Schmerztherapie durchzuführen. Nicht zu vernachlässigen ist bei christlich orientierten Patienten der religiöse Beistand. Und wenn der Sterbende es wünscht, ist der Priester oder Pastor zu rufen.
Die intensive Gesprächsführung mit den Angehörigen und die gute Information, ihm zuzuhören und ihn zu verstehen, helfen ihm in dieser schweren Stunde. Die Sterbebegleitung in einer Atmosphäre der Geborgenheit und der Annahme der Situation ist wichtig. Der Schwerkranke soll sich in seiner gewohnten Umgebung, in seinem Zimmer aufgehoben und sicher fühlen. Dabei ist die Aufgabe des verantwortlichen Pflegedienstes, die Angehörigen zu unterstützen, den Sterbenden loszulassen, damit er in Frieden und Ruhe einschlafen kann.
"In Deine Hand sind die Zeiten gegeben.
Im Geheimnis des Schweigens
waltest Du und wirst alles vollenden.
Also glauben und warten wir auf die kommende Welt!
Lehr' uns warten in Hoffnung.
An der kommenden Welt gib uns teil,
daß wahr an uns werde, die Verheißung der Herrlichkeit."
Romano Guardini