DRK-Velbert Bereich: DRK-Sozialstation / Betreuung Sterbender

Betreuung Sterbender und ihrer Angehörige

Die Erfahrung der letzten Jahre im ambulanten Pflegedienst zeigt, dass immer mehr Angehörige dem Wunsch des Sterbenden nachkommen wollen, ihn in gewohnter und geborgener häuslicher Atmosphäre zu Hause sterben zu lassen.

Der Tod gehört zum Leben wie die Geburt. Dass er vom Schwerstkranken und Angehörigen schmerzlich empfunden wird, ist menschlich und für uns alle sehr verständlich. Für beide Seiten heißt es, Abschied zu nehmen.

Dass heute die Krankenhäuser mehr und mehr die Schwerkranken kurzfristig in die eigene Häuslichkeit oder in ein Pflegeheim entlassen, scheint wohl die Konsequenz des Gesundheitsstrukturgesetzes und der harten finanziellen Einschnitte der Gesundheitspolitik zu sein. Begrüßenswert ist hier jedoch, wenn Angehörige mit dem ambulanten Pflegedienst gemeinsam nach Möglichkeiten suchen, das Sterben in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen. Jedoch müssen wir hier mehr Mut haben, über den Tod mit Verwandten und Freunden zu reden. Der Tod, obwohl biologisch vorgegeben, wird immer noch als Tabuthema behandelt.

Häufig erfahren Angehörige während eines Krankenhausaufenthaltes, dass das Ende ihres lieben Angehörigen naht und die Phase des Sterbens bevorsteht. Das Krankenhaus strebt die Entlassung an, Angehörige und Schwerkranke fühlen sich allein gelassen. Hier sehen wir als Schwestern und Pfleger der DRK-Sozialstation unsere Aufgabe, dem Angehörigen, vor allem dem Schwerkranken, jedmögliche pflegerische Hilfe anzubieten. Schwerkranke und Angehörige brauchen Beratung, Begleitung, intensive Betreuung und pflegerische Hilfe rund um die Uhr.

Das Sterben in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen kann jedoch nur im Team vom Hausarzt, pflegenden Angehörigen und Pflegedienst gemeinsam übernommen werden.

Auch der Sterbende muss mit einbezogen werden. Häufig erlebt der Schwerkranke in der Klinik, dass während der Visite über ihn, aber nicht mit ihm gesprochen wird. Die ständige Absprache untereinander, die Begleitung der Angehörigen und die gute gegenseitige Information zwischen Angehörigen, Arzt und Schwester sind hier unabdingbares Ziel des DRK-Pflegeteams.

Der Sterbende muss sich geborgen, sicher betreut und gepflegt, vor allem schmerzfrei und in Würde begleitet fühlen.

Ganz wichtig ist es dabei, den Angehörigen mit einzubeziehen, da die Pflege und die Begleitung eines Schwerkranken, mehr noch Sterbenden, zu Hause von den Angehörigen die Bereitschaft verlangt, einen Rund-um-die-Uhr-Dienst aufrechtzuerhalten, selbstverständlich unterstützt von mehreren pflegerischen Einsätzen des professionellen Pflegedienstes, sowohl tagsüber als auch zur Nacht. Die Visite des Hausarztes, die gute Information an die Angehörigen, die Begleitung und Unterstützung des Schwerkranken sind dabei sicherzustellen. Wenn erforderlich, sollte eine kontinuierliche, ausgewogene Schmerztherapie durchgeführt werden.

Nicht zu unterschätzen ist bei christlich orientierten Patienten der religiöse Beistand und die Begleitung des Sterbenden. Der Angehörige muss bei den Vorbereitungen zu Hause vom Hausarzt wie auch von den Schwestern unseres ambulanten Pflegedienstes aufgeklärt werden über mögliche Schwierigkeiten, die sich im Krankheitsverlauf ergeben können.

Dass auch der Angehörige in dieser schwierigen Phase verständnisvoll begleitet und schonend aufgeklärt werden muss, bedarf keiner Frage. Hier ist fachkompetentes Pflegepersonal gefordert. Häufig weiß der Patient sehr wohl, wie es um ihn steht. Sein Wunsch, in seiner eigenen Häuslichkeit Abschied zu nehmen, sollte sehr ernst genommen und erfüllt werden.

Dass hier sowohl der Hausarzt als auch die DRK-Sozialstation gefordert sind, jede mögliche Hilfe den Angehörigen bei der Pflege ihres Schwerkranken zu geben, steht außer Diskussion. Die Grenzen der Pflege zu Hause beginnen da, wo der Angehörige sich überfordert fühlt. Die Belastbarkeit der Angehörigen und ihre Bereitschaft, die Pflege zu Hause mitzutragen, müssen vorher einvernehmlich geklärt werden.

Unter Begleitung der Angehörigen verstehen wir nicht nur pflegerisches Handeln, sondern auch Information und intensive Gesprächsführung, zuhören, wie sie selbst die Situation erleben und damit fertig werden wollen.

Dass die Sterbebegleitung in einer familiären Atmosphäre der Geborgenheit, der Annahme der Situation sicherzustellen ist, ist die schwierige Aufgabe des professionellen Pflegedienstes, aber auch der Angehörigen, den Sterbenden loszulassen, damit er in Ruhe einschlafen kann.

Für den kranken Menschen, der in seiner eigenen Häuslichkeit sterben möchte, muss alles getan werden, ihm ein Sterben in Würde zu ermöglichen.